Dein Weg zur inneren Erfüllung

Was kannst du tun, um erfüllter durch das Leben zu gehen?

Wahrscheinlich haben wir alle ab und an das Gefühl, in unserem Alltag nicht wirklich erfüllt zu sein – und das obwohl wir oberflächlich betrachtet eigentlich alles haben, was wir brauchen. In dieser Folge möchte ich mit dir gemeinsam die Voraussetzungen für ein Leben in Fülle betrachten.

Leere im Herzen: Schmerzliche Unzufriedenheit

Zunächst möchte ich erläutern, woran du das Gefühl der mangelnden Erfüllung erkennen kannst. Es zeigt sich manchmal zunächst subtil, unter der Oberfläche. Ich nenne es gerne den Zustand der „Leere im Herzen“, eine Verfasstheit der Unzufriedenheit, die als schmerzhaft empfunden wird.

Diese Verstimmung äußert sich meist in einer mangelnden Genussfähigkeit, z.B. wenn dir dein Lieblingsessen nicht mehr wirklich schmeckt oder dich die Natur bei einem Spaziergang nicht mehr im Innern berührt. Manchmal zeigt sich diese Leere im Herzen auch in einer nicht vorhandenen Schwingungsfähigkeit, etwa wenn wir ein Ereignis herbeigefiebert haben, uns dann aber nicht richtig darüber freuen können. Es ist dann, als ob der berühmte Funke nicht überspringen will.

Emotionaler Sinn

Was uns in diesem Zustand fehlt, lässt sich auch als Mangel an emotionalem Sinn bezeichnen. Wir vermissen dieses ganz besondere Gefühl der Stimmigkeit, das uns sagen lässt: Die Erfahrung war es wert. Ganz egal, ob sie sich auf einen Moment, eine Begegnung oder einen ganzen Lebensabschnitt bezieht.

Ich ziehe hier gerne den Vergleich mit mancher partnerschaftlichen Beziehung, die trotz Leidenschaft und Intensität im Drama von Verlust oder Beziehungsabbruch endet. Die meisten Menschen bewerten solche Erfahrungen im Nachhinein dennoch als wertvoll und wollen sie nicht missen. Eben weil ihnen die intensive Erfahrung unmittelbar das Gefühl von tiefem emotionalem Sinn vermittelt.

Der mentale Sinn, mit dem wir Ereignisse kognitiv einzuordnen versuchen, ist etwas ganz anderes. Auch er hat seine Berechtigung, kann den emotionalen Sinn aber niemals ersetzen.

Was bedeutet es eigentlich, ein erfülltes Leben zu haben?

Um mich der Vorstellung vom erfüllten Leben anzunähern, bediene ich mich gerne eines Stufenmodells. Für dieses Stufenmodell wiederum habe ich die Analogie eines Eisbechers entwickelt. Gerne möchte ich mit dir gemeinsam die Stufen oder vielmehr Schichten des Bechers betrachten.

Das Glas/Behältnis

Das Glas oder Behältnis als „unterste Schicht“ symbolisiert das Energielevel, mit dem wir zur Welt kommen, unsere Energieanlagen. Im Tao wird diese Lebensenergie als Chi bezeichnet. Sie beeinflusst unser Gemüt, unsere Kraft und unsere Wahrnehmung. Diese Energie auf einem „guten Niveau“ zu halten, ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Auch wenn wir unsere charakterlichen und körperlichen Anlagen nicht verändern können, lässt sich das Chi trotzdem stärken. Zum Beispiel durch Techniken aus dem Qi Gong, Tai Chi oder Yoga, aber auch durch eine gesunde Lebensführung.

Die Eiskugeln

Die Eiskugeln repräsentieren das Leben selbst mit all seinen Rahmenbedingungen. Als allererstes und zentrales ist da unsere Familie, in die wir hineingeboren werden. Im Idealfall haben wir Eltern, die für uns eine Brücke zu einem eigenständigen Leben sind. Sie versorgen uns so lange, bis wir es selbst können.

Leider ist das nicht immer so: gerade auf dieser recht basalen Ebene können traumatische Erfahrungen mitunter ein erfülltes Leben verhindern. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass wir manche Dinge nur bedingt in der Hand haben. Es wäre eine Farce zu glauben, wir könnten unser ganzes Leben mit unserem bewussten Willen oder über unsere Entscheidungen steuern. Genauso wenig können wir uns die Familie oder ihre Mitglieder aussuchen.

Ich möchte trotzdem an unsere Eigenverantwortung appellieren, indem wir uns selbst gute Eltern werden und Selbstfürsorge praktizieren. Und uns z.B. wie eine liebende Mutter immer wieder fragen: Was brauche ich gerade jetzt in diesem Moment, damit es mir gutgeht oder zumindest besser?

Obststückchen, Nüsse und Schokolade

Obststücke, Nüsse und Schokolade befinden sich zwischen den Eiskugeln und stehen in meinem Bild für alles Schöne, was das Leben ausmacht: Freundschaften, Begegnungen mit Menschen oder Tieren sowie der Kontakt mit der Natur. All das ist immer und jederzeit möglich, auch wenn die Rahmenbedingungen gerade nicht gut sind. Die einzige Voraussetzung ist ein offenes Herz.

Sahne auf den Eiskugeln

Diese Offenheit ist die Bedingung dafür, die Sahne auf den Eiskugeln wahrnehmen zu können. Die Sahne repräsentiert in dieser Analogie Süße, Weichheit und in der Folge Zufriedenheit sowie Entspannung. Wenn ich mich bildlich gesprochen in diese Zufriedenheit hinein entspannen kann, bin ich einig mit dem was ich bin und was ich habe. Dieser Zustand hat viel mit Akzeptanz zu tun. Er ist eine unbedingte Voraussetzung für die nächste Stufe.

Das Topping

Das Topping entspricht der letzten Stufe oder Schicht in unserem Eisbecher. Es ist die Verzierung, die Drachenfrucht, die geöffnete Feige oder was auch immer unseren Eisbecher schmückt. Es ist das, was die Augen zum Glänzen bringt, der überspringende Funke, ein immenses Freudenpotenzial – die Erfüllung selbst. Oder anders formuliert: der emotionale Sinn, von dem ich eingangs sprach.

Unser Eisbecher wäre auch ohne dieses Topping schon ganz in Ordnung. Jetzt legt er an Qualität aber noch einmal ordentlich zu. Wir erleben die höchste Form von Energie. 

Absolute Erfüllung in ganz verschiedenen Situationen

Wir können dieses Topping in ganz unterschiedlichen Situationen erleben: beim Lachen mit der besten Freundin, durch inspirierende Gespräche oder im Gefühl der Verschmelzung mit der Natur. Aber auch beim Genuss eines liebevoll zubereiteten Mittagessens, wenn alle unsere Sinne angesprochen werden (im Ayurveda sagt man: „wer eine Mahlzeit mit all seinen Sinnen erlebt, der braucht nichts anderes mehr.“). Andere Menschen wiederum erfahren die höchste Erfüllung, wenn sie tanzen oder singen.

Ich selbst kann mich an ein solches Gipfelerlebnis aus meiner Jugend erinnern. Ich erlebte höchste Erfüllung beim Besuch unserer Stammkneipe. Die Stimmung, das Mitgrölen der Musik und die Gemeinschaft mit den anderen erzeugte in mir ein derart intensives Gefühl, das ich wusste: Ich habe in diesem Moment alles, was ich brauche. Es ist einfach vollkommen. Dieses hohe Energieniveau trug mich dann durch die ganze nächste Woche, bis zum nächsten Besuch in der Kneipe.

Das pure Sein ist in mir

Einige Jahre später erlebte ich denselben Zustand im Rahmen einer spirituellen Erfahrung. Die Rahmenbedingungen waren ganz andere, die Umgebung war viel spartanischer. Ich war alleine, ohne Musik und ohne andere Menschen. Und dennoch spürte ich dasselbe Aufgehoben-Sein in einer pulsierenden Kraft. Und ich erkannte: Ich selbst bin dieses Gefühl. Ich brauche keine äußeren Faktoren, um in diese Verfassung zu gelangen.

Wenn wir dauerhafte Erfüllung spüren wollen, müssen wir erkennen, dass wir im Außen nichts finden, das nicht in uns selbst bereits angelegt ist.

Wie kann ich diesen Zustand erlangen?

Die wichtigste Voraussetzung für die Erfahrung des puren Seins ist das offene und genährte Herz.

Ich rate dir daher: Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit für die Begegnung mit deinem Herzen und der daraus entstehenden Offenheit. Denn eben diese Offenheit kreiert den Platz in uns, von dem aus wir die Perspektive wechseln und von Suchenden zu Findenden werden. Über die Öffnung unseres Herzens gelangen wir in den Raum der völligen Erfüllung.

Erst dann können wir mit voller Kraft und ganzer Energie ins Außen, in unser Leben gehen und uns den Herausforderungen stellen.

Reflexion mit dem Wissen des Herzens

Mit dem Wissen, dass die Basis für ein erfülltes Leben bereits in dir angelegt ist, kommst du deinem wahren Selbst viel näher. Frage dich, sobald du mit deinem offenen Herzen verbunden bist: Was hat mich in der Vergangenheit wirklich erfüllt? War es ein Erlebnis in der Natur? Ein künstlerischer Schaffensprozess? Eine menschliche Begegnung?

Gönne dir deine Erfüllung!

Wenn du etwas gefunden hast, kontempliere darüber und frage dich, ob dieses Erlebnis und die damit verbundene Emotion genau jetzt das Richtige für dich ist.

Und sobald du in deinem Inneren ein lautes Ja hörst: Tu genau das! Gönne dir deine Erfüllung. Komm aus deiner inneren Schwerfälligkeit oder deinem Frust heraus und hinein in dieses Erleben.

Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Du agierst jetzt nicht mehr aus einem Mangel, sondern aus der Erfahrung der inneren Erfüllung heraus. Damit bist du von äußeren Objekten nicht mehr so abhängig. Du kannst Aktivitäten jederzeit genießen, bist aber nicht auf sie angewiesen, um Erfüllung zu erleben. Du entscheidest dich vielmehr bewusst für sie.

Ich wünsche dir, dass du diesem Topping jedem Tag begegnen kannst und das Gefühl der Erfüllung immer besser kennenlernst: so lange bis du eine intensive Beziehung mit diesem Zustand führst und ihn ganz in deinem Inneren verankerst

 

Noch mehr zum Thema …

Auf meinem Podcast zum Blog findest Du die Meditation – Dein Weg zur inneren Erfüllung. Ich veranstalte dazu auch noch das passende Seminar (Studio & Online) in der Reihe »Dharma-Healing« am

24. September 2020 von  18.30 – 21.00 Uhr (Studio und online)

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