Wie du im Frohsinn bleiben kannst

Wie können wir eine positive Grundstimmung kultivieren?

Passiert es dir auch manchmal, dass deine eigentlich positive Grundstimmung von der einen auf die andere Sekunde in schlechte Laune kippt? Falls ja, bist du in guter Gesellschaft. Es scheint jedoch Menschen zu geben, die es schaffen, ihren Frohsinn innerlich zu halten – unabhängig von äußeren Situationen. Es ist, als ob sie eine Haltung des Frohsinns in ihrem Leben etabliert haben. Gemeinsam wollen wir uns anschauen, wie dies gelingen kann.

Grundkonstitution hat entscheidenden Einfluss

Menschen, die meist frohsinnig sind, wird häufig nachgesagt, dass sie es im Leben leichter hätten. Das ist sicher nicht verkehrt. Wir sollten uns aber vor dem Umkehrschluss hüten, der da lautet: Wer seinen Frohsinn nicht halten kann, steht sich selbst im Weg. Dies ist insofern problematisch, als dass hier eine Art Schuldzuweisung mitschwingt oder ein Leistungsanspruch.

Unsere Genetik und unsere Erfahrungen  – vor allem die ganz frühen in der eigenen Familie – haben einen Einfluss auf unsere Stimmungslage.

Grundtypen im Ayurveda

In der Lehre des Ayurveda unterscheiden wir drei verschiedene Typen:

  1. Kapha-Typ: Dieser Typ ist von seiner Grundkonstitution her eher entspannt. Daher fällt es ihm leicht, Frohsinn zu entwickeln und ihn zu halten.
  2. Pitta-Typ: Das Leitmotiv dieses Typen ist Intensität. Pitta-Typen sind sehr leidenschaftlich und voller Feuer – bis hin zur Ekstase. Die Kehrseite ist Aggression und Wut.
  3. Vata-Typ: Das Hauptmerkmal dieser Konstitution ist Wechselhaftigkeit. Sie ist geprägt durch Offenheit und Kreativität, trägt aber die Gefahr der Rastlosigkeit in sich. Wenn es Vata-Typen gut geht, ist ihre positive Stimmung sehr ansteckend.

Druck ist der Feind von Frohsinn

Wenn wir die Erfahrung von Frohsinn betrachten, springt uns ein Aspekt besonders ins Auge: Der des inneren Drucks. Es kann sehr ermüdend sein, immer „gut drauf“ sein zu müssen. Oder etwas tun oder leisten zu müssen, um Frohsinn zu erlangen. Meist passiert dann das Gegenteil und das letzte Fünkchen Frohsinn verkrümelt sich.

Genau hinschauen: Wie agieren frohsinnige Menschen?

Eine Möglichkeit, Frohsinn zu erlangen und zu halten, ist die der Nachahmung. Wer in einer fröhlichen und lebensbejahenden Familie aufgewachsen ist, hat es leichter Frohsinn zu entwickeln. Er erkennt intuitiv, welche Mechanismen und inneren Einstellungen Fröhlichkeit kultivieren.

Auf Bewertungen verzichten

Eine Eigenschaft scheint allen Menschen mit Frohsinn gemeinsam. Sie ist geradezu essentiell für die Pflege einer fröhlichen Grundhaltung:

Es ist die Fähigkeit, darauf zu verzichten, eine Situation vollumfänglich bewerten zu wollen.

Sie äußert sich in einer inneren Weite, die Zustände, Gefühle oder Geschehnisse nicht vorschnell mit einer negativen Zukunftsaussicht belegt. Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen:

Du hast dich auf den gemeinsamen Sommerurlaub mit einer guten Freundin gefreut. Doch ihr kommt es dazwischen. Eine häufige Reaktion auf diese Situation sind negative innere Kommentare:

  • Jetzt wird das wieder nichts.
  • Ich kann überhaupt nicht in den Urlaub fahren, obwohl ich die Erholung so dringend gebraucht hätte.
  • Alle anderen fahren weg – nur ich nicht.
  • Es ist wieder alles verloren.
  • Jetzt hab ich so viel Geld ausgegeben und muss trotzdem hier bleiben.
  • Nie ist mir was gegönnt.

Was ist hier passiert? Die optimale Version, die innere Vorstellung dieses Sommerurlaubs, hat sich zerschlagen. Die Fixierung auf genau diese Variante und ihre Nicht-Realisierung verdunkelt unsere Stimmung schlagartig. Unser Blick auf die Situation verengt sich. In der Folge reagieren wir aufgrund unserer Konditionierungen mit den bereits beschriebenen negativen inneren Kommentaren. E scheint keine alternative Möglichkeit zur Bewertung zu geben. Der Frohsinn ist komplett verloren gegangen.

Alternative Reaktionsmöglichkeiten: Den Frohsinn erhalten

Dass die optimale innere Version sich zunächst zerschlagen hat, ist ein Fakt, an dem wir nicht rütteln können. Was wir aber andern können, ist unsere Reaktion auf dieses Ereignis: unsere negative Bewertung der Situation. Es ist sehr hilfreich zunächst eine Haltung des „Das passt schon so“ einzunehmen. Diese Haltung entspricht einer Grundakzeptanz des Geschehens. Wir gehen in dieser Haltung davon aus, dass das Universum oder das Göttliche – wie auch immer wir dieses Prinzip im Rahmen unserer Weltanschauung nennen wollen – es schon gut mit uns meint. Wir glauben dann an einen höheren Sinn.

In Bezug auf unser Beispiel könnte dies in der Realität dazu führen, dass wir den Sommerurlaub mit der Freundin durch einen Aufenthalt in unserer Heimatstadt ersetzen und dort tolle Erfahrungen machen.

Innere Offenheit für Alternativen

Wir bleiben innerlich offen bleiben für die Alternativen, welche die Situation uns bietet. Diese Offenheit ist die Voraussetzung für das Wahrnehmen der unendlich vielen Möglichkeiten, die das Leben um uns herum bietet.

Frohsinn bleibt also erhalten, wenn wir ihn nicht durch die einseitig negative Interpretation von Situationen austreiben.

Natürlich ist es in Ordnung, wenn wir uns ärgern oder negative Empfindungen haben. Wir wollen uns nicht selbst belügen.

Aber: der offene innere Raum ist wie ein Nährboden für Frohsinn und alle Möglichkeiten, die das Leben trotz der primären Enttäuschung für uns bereithält. Im Idealfall und mit etwas Übung geling es uns dann, die Vorfreude auf das eigentlich geplante Ereignis in uns zu halten und auf alternative Möglichkeiten zu übertragen.

Es lohnt sich, immer wieder an das Mysterium des Lebens erinnert zu werden. Wenn wir unserem planenden Geist seine absolute Allmacht nehmen, werden wir empfänglich für die kleinen Wunder des Daseins.

Noch mehr zum Thema Frohsinn…

Auf meinem Podcast zum Blog findest Du zu diesem Thema folgende Folgen:

  • #020 Podcast: Wie du im Frohsinn bleiben kannst
  • #021 Podcast: Meditation im Frohsinn
  • #022 Podcast: Soforthilfe-Übung wenn dir der Frohsinn abhanden kommt

Du kannst aber auch online an den Daily Blessing Meditationen an folgenden Terminen teilnehmen:

Last but not least hast Du auch die Möglichkeit am Dharma-Healing-Seminar »Froh zu sein bedarf es wenig« am Donnerstag, den 22.10.2020 um 18.30 Uhr teilzunehmen (online oder im Studio).

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