Jedem morgendlichen Erwachen wohnt ein Zauber inne

Das Zitat „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ von Hermann Hesse ist bekannt und beliebt. Für gewöhnlich assoziieren wir damit große Anfänge wie den ersten Schultag, einen neuen Job, die Geburt eines Kindes, den Beginn eines längeren Auslandsaufenthalts oder den Start in ein Gartenprojekt. Ist dir das manchmal zu wenig? Dann lohnt es sich, inne zu halten und sich bewusst zu machen: Jeder einzelne Tag hat seinen Anfang, ist der Beginn von etwas Neuem und birgt seinen eigenen Zauber.

Es gibt natürlich nicht nur diesen kurzen Zauber, wenn ein neuer Moment geboren wird. Nein, der Zauber streift über alle zeitlichen Vorgänge, die es gibt. Er zeigt sich aber besonders deutlich, wenn etwas Neues beginnt – zum Beispiel, wenn der Tag erwacht.

Für jeden noch so kleinen Beginn gibt es einen Startschuss, der den ersten Impuls setzt – wie der Fußabdruck bei einem Sprint. Dieser Abdruck wiederum gibt einen Schub in die gewünschte Richtung.

Häufig lassen wir den Zauber, der im Beginn eines neuen Tages liegt, ungenutzt. Dies beginnt beim Klingeln des Weckers. Meist empfinden wir dann sofort Widerstand gegen die Aufgaben, die vor uns liegen. Oder das Gedankenkarussell startet und setzt eine Menge unangenehmer Körperempfindungen in Gang. Oft ist unser Körper schon sehr unruhig und in ängstlicher Erwartung dessen, was uns vielleicht erwartet. Von Zauber also keine Spur.

Wenn ein neuer Tag misslungen startet, braucht es in seinem weiteren Verlauf sehr viel Willenskraft und Hingabe, um die Richtung zu korrigieren.

Jeder Augenblick ist die Basis für den nächsten

Wenn das Aufwachen misslingt, haben wir weniger Energie, um uns durch den Tag tragen zu lassen. Wie können wir das ändern? Wie greifen wir dem konditionierten Denken vor?

Eigentlich ist das ganz einfach. Wir müssen nur unserem Denken und Fühlen vorausgreifen und uns in einen Zustand des reinen Seins begeben. In diesem Zustand vereinen wir den Zauber mit dem Wunsch für den neuen Tag und gehen sozusagen mit ihm in Größe und Weite. Wir stoppen die Denkmaschine und entdecken den Raum, in welchem der Zauber seinen Ursprung hat. Darüber hinaus verbinden wir uns kreativ mit dem Teil in uns, der dem vor uns liegenden Tag gegenüber positiv gestimmt ist.

Schöpferkraft aktivieren – der Prozess

Wir aktivieren also unsere tieferen Geisteskräfte und werden damit zum Schöpfer des neuen Tages.

Die alten Essener studierten die Kräfte der Nacht und vor allem die Übergänge zum Tag eingehend. Wie verbinden sich die dem Menschen innewohnenden Geisteskräfte mit den kosmischen Energien? Was passiert beim Übertritt vom Schlaf ins Wachwerden und was kann ich damit bewirken?

Wenn wir aufwachen, brauchen wir unbedingt eine Form von Gewahrsein. Es ist schon da, bevor der erste Gedanke oder das erste Gefühl auftaucht. Dieses Gewahrsein ist eine Form von Wissen: Wir leben und wir sind hier. Dort entspringt der Zauber. Mitten im Atem, der uns durch die Nacht getragen hat, ist etwas Lebendiges und Großes. In diesen Zustand können wir uns hineinsinken lassen. Wir müssen nichts tun, sondern nur bemerken, dass da schon etwas ist, das uns trägt. Das Gewahrsein hat den Charakter von Weite, Offenheit und Freiheit – es ist das Gegenteil einengender Gedanken oder banaler Wünsche. Es bringt das Glück mit sich.

Das Leben kommen lassen

Dieser Zustand hat etwas Empfangendes – wir lassen das Leben kommen, wie es sich zeigt. Die Empfindung des Gefühls von Weite könnte für sich genommen bereits einen entspannten Tag kreieren.

Wir können das Ganze noch erweitern, indem wir das Gefühl der Weite um eine konkrete Ausrichtung für den kommenden Tag ergänzen. Das können innere Bilder oder Affirmationen sein, zum Beispiel wenn wir den Verlauf eines bevorstehenden Gesprächs visualisieren. Wichtig dabei: Wir dürfen nicht zu eng werden, sondern müssen im Zustand der inneren Weite bleiben. Damit vermeiden wir, uns zu starr auf einen Gedanken zu fixieren, der wiederum Druck erzeugt.

Wir dürfen ins Vertrauen kommen, weil wir in uns selbst bereits den Zauber gespürt haben – den Abdruck, von dem ich zu Beginn gesprochen habe. Und wir dürfen uns darüber freuen, dass der Tag weiter in dieser Stimmung verlaufen kann. Weil wir jederzeit zum Zauber zurückkehren können und dann erkennen: In jedem Moment ist ein Anfang enthalten.

Es dauert erfahrungsgemäß eine Weile, bis dieser morgendliche Prozess seine Wirkung voll entfaltet. Wenn uns dies aber gelingt, lernen wir eine ganz neue Welt kennen.

Kleiner Tipp: Lade dir den nächsten podcast herunter und lasse dich von mir durch den Prozess der inneren Weite leiten – gleich zu Beginn eines neuen Tages. Ich wünsche dir ein gutes Gelingen!

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Im Podcast #049 assoziieren wir damit große Anfänge wie den ersten Schultag, einen neuen Job, die Geburt eines Kindes, den Beginn eines längeren Auslandsaufenthalts oder Start in ein Gartenprojekt. Ist dir das manchmal zu wenig? Lerne

  • wie wir den Zauber des neuen Tages für uns nutzen
  • wodurch wir unsere Schöpferkraft aktivieren
  • Aufwachen mit innerer Weite und Offenheit
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