Mini-Intervention: Wenn die eigene Meinung zu fest wird

Vielleicht gehörst auch du zu den Menschen, die es wichtig finden, dass viele verschiedene Meinungen koexistieren dürfen. Und welche die Freiheit als ein hohes Gut betrachten. Leider verhält es sich in der Realität oft anders: In unserem Inneren wird eine bestimmte Meinung manchmal sehr fest.

Wenn das passiert, geht es nicht mehr darum, ob der andere Recht hat oder die eigene Meinung der Wahrheit entspricht. Die zentrale Frage lautet dann vielmehr: Wie kann ich meine eigene Meinung und die Meinung meines Gegenübers nebeneinanderstehen lassen und trotzdem in Verbindung bleiben?

Intervention, um die Freiheit weiterhin als Qualität zu spüren

Wenn die eigene Meinung sehr fest wird, laufen wir Gefahr, dogmatisch zu werden. Und das ganz unabhängig davon, ob wir mit unserer Ansicht Recht haben oder nicht. Für diese Situation möchte ich dir eine Intervention vorstellen.

  • Wenn du spürst, dass sich eine Meinung in dir zu zementieren beginnt, erlaube dir zunächst, dass sich diese regelrecht in dir aufbaut. Sie hat ein Energiefeld – oder eine Kraft – die sich auszudehnen beginnt. Erlaube dir dabei die Ladung: „Ich will, dass der andere auch so denkt wie ich.“ Fühle die Spannung im Körper oder eine vielleicht auftretende Gesichtsröte. Achte darauf, dass all das in deinem Inneren bleibt und zunächst nicht nach außen dringt.
  • Lasse zu, dass die Meinung sich noch etwas mehr ausdehnt – und du dich dabei entspannst. Du gibst der Meinung in deinem Körper vollen Raum – und lässt die damit verbundene Spannung gleichzeitig gehen.
  • Entspanne dein Gesicht, dein Kinn, deine Augen und die seitliche Halsmuskulatur. Danach Schultern, Arme, Rücken, Beine und Füße. Trotzdem darf deine Meinung weiterhin in dir bleiben.
  • Langsam gesellt sich der Himmel dazu. Der Himmel steht im Tao für Leichtigkeit, Tiefe und Weite – und für die unendlich vielen Möglichkeiten. Dabei wird dir klar, dass du nicht alles wissen kannst. Damit kommt etwas Weisheit ins Geschehen.
  • Der blaue Himmel senkt sich jetzt auf dich und deine Meinung hinab. Letztere wird dabei keinesfalls aufgehoben, vielmehr kommt Leichtigkeit dazu – die Meinung kreiert jetzt Harmonie.
  • Gib dem blauen Himmel die Möglichkeit, durch deinen Körper hindurchzuströmen. Er schafft Platz für Weite und Freiheit. Du spürst, wie der Himmel auch deine Meinung berührt und alle ihre Facetten durchdringt.
  • Du darfst dir sicher sein, dass deine Meinung gestärkt wird, wenn Weite und Freiheit sich zu ihr gesellen – sofern du mit ihr auf festen Füßen stehst. Vielleicht gibt es Facetten deiner Meinung, die nach mehr Harmonie streben? Du kannst nur geläutert aus dieser Übung herauskommen. Man könnte auch sagen: Wenn der Himmel hinzukommt, gibt es mehr Freiheit und deine Meinung wird klarer, harmonischer und friedvoller.
  • Erlaube dir, dass der Himmel nicht nur deine Gedanken durchströmt, sondern auch alle emotionalen Facetten deines Seins. Denn jede Meinung hat auch ihre gefühlsmäßigen Faktoren – egal ob sie schon lange gelernt sind oder erst durch ein neues Erleben aktiviert wurden.
  • Du beobachtest, wie sich Entspannung einstellt – in deinen Gefühlen und in deinem Körper.
  • Am Ende erlaubst du dir deine Meinung im Sinne der Freiheit. Dasselbe stellt sich für die Ansichten deines Gegenübers ein.
  • Wenn es sich richtig anfühlt, kannst du weiter für deine Meinung einstehen oder gar kämpfen. Aber immer mit einem kleinen Zugeständnis an dein Gegenüber: nämlich dem, frei zu sein. Frei denken zu dürfen, wie er oder sie das möchte.
  • So stehen dann zwei Meinungen, die jeweils in Freiheit getränkt sind, nebeneinander. Und das, was kommen mag, kommt.

Wert und Grenzen einer Meinung

Im Podcast #063 geht darum, dass Du sicher auch zu den Menschen gehörst, die es wichtig finden, dass verschiedene Meinungen koexistieren dürfen. Warum verhält es sich aber in der Realität oft anders?

  • wie Meinungenverschiedenheit entspannt bleiben kannst
  • auf welche Weise du deine Meinung um die Perspektive von Weite, Klarheit und Freiheit ergänzen kannst
  • welche Rolle dein Körper dabei spielt. 
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