Wie du aus Frust rauskommst

Frust ist eine Unterbrechung des kreativen Lebens- und Entwicklungsflusses. Er stellt sich ein, wenn wir keine Verbindung zu unseren Impulsen oder Sinnesreizen mehr spüren und die Lust an der Gestaltung verlieren.

In diesem Blog gehen wir der darunterliegenden Energie nach und erkunden Wege, sich daraus zu befreien.

Frust ist ein Zustand der Stagnation. Wir haben das Gefühl, dass das „Ballspiel des Lebens“ komplett aus dem Ruder läuft. Entweder das Leben spielt uns keine Bälle (mehr) zu oder sie können nicht von uns aufgefangen und weitergespielt werden.

Frust speist sich aus verschiedenen Gefühlen und Zuständen

Stellen wir uns Frust einmal als einen Kuchen vor. Wir werden dabei feststellen, dass er nur auf den ersten Blick ein passives Konstrukt ist. Zerlegen wir den Kuchen in seine Bestandteile, finden wir eine ganze Menge Zutaten: unterdrückte Wut (die sich in erster Linie gegen uns selbst richtet), Gehemmtheit, Bitterkeit, Ohnmacht und depressive Gefühle.

Wie entsteht Frust?

Die Lehre der alten Essener mit ihrer Non-Dualität bietet ein gutes Erklärungsmodell. Frust bedeutet immer, dass ich im Kampf mit etwas bin. Entweder im Außen – z.B. weil ich mich von anderen Menschen nicht gesehen fühle oder einen Konflikt mit der Gesellschaft oder anderen Glaubenssystemen/Religionen habe – oder aber im Inneren. Zu letzterem zählen unsere innerpsychischen Konflikte, etwa wenn ich meine Ernährung umstellen möchte, dabei aber mit meinen Gelüsten nach Süßigkeiten konfrontiert werde.

Wir sind nicht mehr in der Lage, auf die kleinen kreativen Impulse aus dem Reich der Möglichkeiten zu reagieren. Das heißt sie willkommen zu heißen und in etwas Konkretes umzusetzen. Würde uns das nämlich gelingen, kämen wir in einen Zustand der Erfülltheit. Für den jeweiligen Tag, aber auch für unser Leben insgesamt.

Stellt uns das Leben in einer Krise auf die Probe, sind wir in der Umsetzung dieser Impulse besonders behindert. Das kann im Außen sein (etwa durch gesetzliche Regularien, die uns beschneiden) oder im Innern durch Eigenverbote und Dogmen, die ein Ausleben z.B. unserer beruflichen Träume oder sexueller Bedürfnisse behindern. Das kann so weit gehen, dass wir unsere Impulse im Keim ersticken und nicht einmal mehr wahrnehmen – „es bringt ja eh nichts“.

Hat sich Frust erst einmal eingeschlichen, haben wir ein Gefühl, als hätten wir bereits verloren. Das Weiterkämpfen scheint sich nicht mehr zu lohnen. Wir geben uns geschlagen und bleiben sprichwörtlich „liegen“.

Im Rahmen einer anderen Bewältigungsstrategie dominieren wir zwar auch unsere Impulse, richten die dabei entstehende Spannung aber nach außen. Auch wenn der Mechanismus – ein Kampf, den ich nicht gewinnen kann – derselbe ist, entsteht auf diese Weise aggressives Potential. Das Grundgefühl besagt: Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.

Auch unsere inneren Anteile können sich auf diese Weise gegenseitig regelrecht bekriegen, was zu Strenge mit sich selbst oder sogar zu selbstverletzendem Verhalten führen kann. Wir kommen vom Kampf in eine Schlacht.

Was können wir tun, um auszusteigen?

Gerne möchte ich dir einen Weg aufzeigen, um dich wieder mit deinen inneren Impulsen zu verbinden und sie in Kreativität zu übersetzen.

  1. Nimm deinen Frust ganz bewusst wahr. Das kann eine Herausforderung sein, weil du bereits im Zustand der Trägheit gefangen bist. Oder weil du stark mit der Wut auf das Außen identifiziert bist, das dich an deiner Entfaltung hindert. Stelle dich deinem Frust und drücke ihn nicht beiseite. Löse dich zunächst von deinen Vermeidungsstrategien (das kann manchmal sogar eine bestimmte Form von Meditation sein, die deine Bedürfnisse „wegmeditiert“). Erkenne wie sich Frust bei der dir zeigt: In Schwäche? Aggression? „Bocklosigkeit“? Oder sinnlosem Aktionismus? Gehe ganz in Akzeptanz mit deinem Frust.

  2. Wenn du dich mit deinem Frust verbunden hast, bestimme deinen ganz persönlichen Kampftypus. Bist du in Antriebslosigkeit gefangen, weil sich der Kampf ohnehin nicht lohnt? Oder schlägst du wie wild um dich, weil du auf etwas im Außen oder einen Anteil in dir selbst sauer bist? Akzeptiere auch das und halte in diesem Bewusstsein inne. Wenn du das tust, öffnest du innerlich eine Türe – für die Impulse, die sich zeigen. Du erlaubst ihnen damit, sich zu deinem Frust zu gesellen.
  3. Du erkennst dann, dass dir niemand deine Freiheit wirklich nehmen kann. Weder die Beschränkungen im Außen noch die Verbote in deinem Inneren. Vielleicht müssen die Impulse nur an die konkrete Situation angepasst oder modifiziert werden. Der ewige Kampf ist aber nicht nötig.

  4. Gehe dann in die innere Stille und versuche, alle – auch inspirierenden Reize – abzustellen. Besonders eignen sich dafür Plätze in der Natur. Vielleicht kommt es dabei in erstem Schritt zur Langeweile. Wenn wir dieses Gefühl aushalten, stellen sich die kreativen Impulse wie von alleine ein. Unser Gemüt ist nicht mehr so anfällig für den Zustand des Frusts und wir sind den Beschränkungen im Außen oder unseren inneren Stimmen nicht mehr so hilflos ausgeliefert. Wir können den Kampfmodus verlassen und erhalten direkten Zugang zum Reich unserer Impulse.

Ich wünsche dir viel Spaß beim „Entfrusten“ und deinem Weg hinein in die innere Freiheit!

Mehr zu »Raus aus dem Frust« …

Im Podcast #042 sprechen wir über Frust. Frust ist eine Unterbrechung des kreativen Lebens- und Entwicklungsflusses. Er stellt sich ein, wenn wir keine Verbindung zu unseren Impulsen oder Sinnesreizen mehr spüren und die Lust an der Gestaltung verlieren.

  • welche Gefühle an der Entstehung von Frust beteiligt sind
  • welcher Kampftypus du bist
  • wie du wieder Zugang zu deinen inneren Impulsen findest
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