Zwei sichere Parameter, wie du deine innere Stimme erkennst

Wie können wir unter all den Bewertungen unseres Geistes bzw. den Stimmen der inneren Anteile erkennen, dass in einem bestimmten Moment unsere ureigene Intuition zu uns spricht? Das geht mit etwas Übung relativ einfach – wenn wir lernen, auf die beiden hauptsächlichen Qualitäten dieser inneren Stimme zu lauschen.

Die meisten Menschen kennen die folgende Situation: Sie stehen vor einer schwierigen Entscheidung und finden sich in einer inneren Debatte wieder, in der verschiedene Stimmen und Bewertungen miteinander konkurrieren. Die einen Stimmen gleichen einem Plattenspieler, der andauernd dieselben Fragen und Zweifel abspielt. Andere innere Anteile sind eher gefühlsbetont, vielleicht aber auch optimistisch oder naiv. Auch die ureigene innere Stimme ist an dieser Debatte beteiligt, allerdings häufig nicht sofort „omnipotent“ als solche erkennbar. Je mehr Stimmen miteinander im Wettstreit liegen, desto verwirrter und unentschlossener werden wir in der Regel. Gleichzeitig steigt die Sehnsucht nach der Kenntnis der inneren Stimme, welche die Mega-Show der Debatte zu einem Ende bringt.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten.

Die innere Stimme agiert ad hoc

Eine Eigenschaft der inneren Stimme ist ihre unmittelbare Reaktion auf eine bestimmte Situation. Sie ist der erste Impuls, die erste Ablehnung oder Zuneigung, das erste Ja oder Nein – noch bevor unser Geist in eine bestimmte Richtung tendiert und die innere Argumentationskette aktiviert. Das Erkennen dieser inneren Stimme erfordert Achtsamkeit und Offenheit. Wir können ihr auch dann lauschen, wenn wir bereits im Widerstreit der inneren Debatte gefangen sind – und zwar indem wir zur Ausgangssituation zurückkehren und diesen ersten Impuls auffordern, sich erneut zu zeigen.

Der inneren Stimme folgt eine kurze Argumentationskette

Wenn die innere Stimme erklingt, sind keine weiteren Erklärungen notwendig. Die innere Stimme äußert sich wortlos oder nur sehr kurz. Sobald ein Erklärungsmodell folgt, entspringt dieses wiederum unserem Geist. Dies kann durchaus interessant sein, ist für die innere Stimme aber nicht vonnöten. Beispiel Gehaltsverhandlung: Die innere Stimme nennt einfach eine bestimmte Summe, ohne sich gleich wieder in der Argumentationskette der Begründungen zu verlieren – z.B. warum jemand mehr Gehalt verdient hat.

Als Inspiration zum Lauschen auf die innere Stimme möchte ich ein altes Schriftstück zitieren, das ihren Charakter schön beschreibt:

„Ein Ja ist ein Ja, und ein Nein ist ein Nein.“

Alles was danach folgt, sind Interpretationen.

Wenn wir es also schaffen, innezuhalten und wertfrei das anzunehmen, das sich als erste Antwort auf eine Frage oder in einer Situation zeigt, kommen wir mit unserer inneren Stimme in Kontakt.

Ich wünsche dir viel Freude dabei!

Erkennen deiner inneren Stimme

Im Podcast #071 geht es um die innere Stimme und wie Du sie erkennst. 

  • was die innere Stimme kennzeichnet
  • wie wir lernen, unsere innere Stimme von anderen Argumenten zu unterscheiden
  • dass die innere Stimme keine umfangreichen Erklärungen braucht.
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